Wie die Religionen uns hinters Licht geführt haben...

„Kannst du dich erinnern, dass ich vorhin sagte, dass ihr göttliche Wesen seid?“, fragt sie mich und ich antworte fragend: „Ja. Aber momentan habe ich eher das Gefühl eine Göttin würde neben mir sitzen.“. Sie beginnt laut, aber liebevoll zu lachen, verdreht leicht die Augen und meint dann: „Ach! Was haben sie nur mit euch gemacht! Und schau mal, wie klein ihr Euch dadurch selbst macht. Ihr seid alle Götter und Göttinnen - eben, weil ihr göttliche Wesen seid. Diese komische Institution namens Kirche hat euch wirklich ziemlich hinters Licht geführt.“. Sie trifft einen Nerv. Ihr letzter Satz ist für mich nichts Neues. Ich habe vor langer Zeit schon gesehen, wie sehr ich selbst katholisch geprägt bin und nur deswegen eine mitunter sehr ähnliche andere Auffassung vom Leben hatte wie andere Katholiken, und eine sehr andere als Nicht-Katholiken. Egal, welcher Religion man folgt, sie prägen einen immens durch ihre Indoktrination. Mit Religionen habe ich mich noch nie wirklich wohl gefühlt, weil ich ihren spaltenden Charakter irgendwie immer schon gespürt und auch bewusst wahrgenommen habe. Niemand liebt wirklich besser, weil er einem bestimmten durch eine Religion vorgegeben Verhaltensmuster folgt. Wie sehr die Kirchen uns von uns selbst ablenken, wusste ich also schon, aber wie sehr sie mich selbst von Gott weggeführt haben, das sehe ich erst in dem Moment, wo sie mich mit der Nase drauf stößt. Was für eine Konsequenz ist es bitte, seine eigene Göttlichkeit zu vergessen, bloß, weil man einer Doktrin folgt, die genau das verbietet: Gott in sich selbst zu finden. Weil Gott ja in den meisten Religionen etwas von sich Getrenntes ist, das es gilt, in den Himmel zu jubeln und vor ihm auf die Knie zu fallen. In Anbetracht dessen finde ich es auf einmal nicht wirklich verwunderlich, dass so viele Menschen sowohl auf die Suche nach sich selbst, als auch auf die nach Gott verschlagen hat. Beides ist in der Welt, in die ich mal geboren wurde, ein Mysterium. Und logisch erscheint mir aus dieser Perspektive auch, warum das Ganze: Weil Religionen nun mal Werkzeuge sind. Punkt. Wie man sie nutzt und was man daraus macht, ist wieder eine völlig andere Sache, aber wenn man sich die Wirkung mal ansieht, kann man jetzt nicht wirklich sagen: ‚Ja geil, super gemacht! Lasst uns das weitermachen!’ So, wie wir mit Religionen in der Vergangenheit umgegangen sind, haben wir damit hervorgebracht, dass heute so ziemlich jeder gegen jeden steht. Und weil wir so nicht nur mit Religionen umgegangen sind, das auch noch ziemlich heftig. Und das waren wohl offensichtlich nicht nur die Religionsführer. Damit so etwas solche Auswirkungen haben kann, bedarf es des Mitwirkens ALLER. Sie weiß, dass sie mich ans Denken gebracht hat und lässt mir meine Zeit dazu. Ich schaue sie an und lasse es rattern. Dann wird mir gewahr, dass das was ich gerade gedacht habe, wieder nur das ist, was ICH kenne, und ich frage mich, ob, und was sie mir sonst noch so dazu sagen kann. „Erzähl mal mehr, bitte.“, sage ich interessiert. (Auszug aus dem Buch "EINS mit Allem - Eine Liebesgeschichte") Erhältlich im Buchhandel (ISBN 9783751994132) oder unter http://www.bit.ly/einsmitallem

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